Auftraggeber: Landesverbände Bayern, Baden-Württemberg, Unterweser-Ems und Westfalen-Lippe des Deutschen Jugendherbergswerks
Projektlaufzeit: seit 2023
Die Jugendherbergen in Deutschland bieten ein vielfältiges Bildungsprogramm an. Dieses richtet sich an Kinder- und Jugendgruppen sowie an Schulen, die das Bildungsangebot im Rahmen von Klassenaufenthalten buchen können. Die pädagogischen Programme haben neben der Vermittlung von Wissen auch das Ziel, soziale und emotionale Kompetenzen sowie die Selbstwirksamkeit und Zusammengehörigkeit der Gruppen zu stärken.
Die Studie geht der Fragestellung nach, welche Effekte und Wirkungen Bildungsangebote in Jugendherbergen erzielen. Dabei werden Angebote untersucht, die sich an Schulklassen richten und einen pädagogischen Programmanteil von mind. 50 % gemessen an der Gesamtaufenthaltsdauer haben.
In einem ersten Schritt werden in den beteiligten Landesverbänden sog. Wirkmodelle für die Bildungsangebote entwickelt. In den Wirkmodellen wird festgehalten, welche Wirkungen auf Ebene der Zielgruppe (Outcomes) und auf Ebene der Gesellschaft (Impacts) mit den Bildungsangeboten erzielt werden sollen. Weiterhin wird darin festgehalten, welche Kontextfaktoren einen Einfluss auf die Bildungsangebote und/oder auf das Erzielen der Wirkungen haben. Die einzelnen Wirkmodelle werden danach zu einem allgemeinen Wirkmodell für Bildungsangebote an Jugendherbergen zusammengeführt.
Aufbauend auf dem Wirkmodell wird ein standardisierter Fragebogen entwickelt, mit dem Veränderungen bei den Teilnehmer:innen, die Bildungsangebote in Anspruch nehmen, erfasst werden können. Hierzu wird im Rahmen der Studie ein längsschnittliches Forschungsdesign realisiert, bei dem die Datenerhebung zu Beginn und Ende des Aufenthaltes in der Jugendherberge durchgeführt wird. Die Ergebnisse werden regelmäßig ausgewertet und geprüft, welche Veränderungen sich bei den Zielgruppen zeigen. Mithilfe der Methode der Wirkungsplausibilisierung wird dann in einem Interpretationsworkshop erarbeitet, welchen Anteil die Bildungsangebote der Jugendherbergen an den gefundenen Veränderungen haben und welche weiteren Einflussfaktoren es gibt.
Im Rahmen einer qualitativen Vertiefung werden durch Interviews und Fokusgruppen mögliche Wirkmechanismen erforscht und tiefergehend dargestellt, wie die Angebote erlebt werden und wie die Wirkungen zustande kommen.
An der Studie sind die Landesverbände Bayern, Baden-Württemberg, Unterweser-Ems und Westfalen-Lippe des Deutschen Jugendherbergswerks beteiligt. Die Landesverbände sind als Träger der Jugendherbergen gemeinnützig und anerkannte Träger der freien Jugendhilfe. Mit der Durchführung der Studie und der wissenschaftlichen Begleitung wurde das Institut für Praxisforschung und Evaluation der Evangelischen Hochschule Nürnberg beauftragt. Finanziert wird die Studie mit Mitteln der Stiftung Deutsches Jugendherbergswerk (DJH Stiftung) und der beteiligten DJH Landesverbände.