Ein Stapel wissenschaftlicher Bücher vor einer Gruppe von Personen

Kompetenzzentrum Wirkungsorientierung in der Sozialen Arbeit

eine Person erstellt ein Diagramm auf einem Flipchart

Unsere VisionKompetenzzentrum Wirkungsorientierung in der Sozialen Arbeit

Unsere Vision sind soziale Einrichtungen und Organisationen, die wirkungsorientiert und datengestützt arbeiten und damit nachhaltige Wirkungen bei den Nutzerinnen und Nutzern der Angebote und für die Gesellschaft erzielen und nachweisen können.

Aus dieser Vision leitet sich unsere Mission ab, nämlich die Begleitung und Unterstützung von Einrichtungen und Organisationen

  • bei der Entwicklung und Implementierung von wirkungsorientierten Arbeitsweisen,
  • bei der Durchführung von Wirkungsanalysen und Wirkungsevaluationen,
  • bei der Entwicklung und Implementierung von Konzepten und Methoden für ein dateninformiertes Handeln und ein datengestütztes Management in Organisationen, sowie
  • bei der Vermittlung von Datenkompetenz.

Unser Fokus liegt hier insbesondere auf Einrichtungen und Organisationen in den verschiedenen Arbeitsfeldern der Sozialen Arbeit und des Bildungsbereichs.

Was wir machen Unsere Leistungen

 

Das Kompetenzzentrum Wirkungsorientierung in der Sozialen Arbeit bietet Ihnen folgende Dienstleistungen an:

  • Wirkungsorientierte Organisations- und Konzeptionsentwicklung (z. B. Entwicklung von Wirkmodellen)
  • Aufbau von wirkungsorientierten Monitoringsystemen
  • Durchführung von Wirkungsanalysen und Wirkungsevaluationen
  • Begleitung beim Aufbau und bei der Implementierung von Methoden des dateninformierten Handelns und des datengestützten Managements in Organisationen (z. B. Entwicklung einer Datenstrategie, Aufbau einer Data Governance, Entwicklung von Datenkatalogen)
  • Vermittlung von Datenkompetenz (Data Literacy) in Organisationen

Sie möchten die Wirkungen Ihrer Angebote im Bereich der Sozialen Arbeit oder im Bildungsbereich in den Blick nehmen? Gerne unterstützen wir Sie dabei!

Bei unseren Arbeiten orientierten wir uns am Wirkungsradar, den wir an unserem Institut entwickelt haben und der eine empirische Toolbox für eine alltags- und praxistaugliche Wirkungsanalyse bietet.

Konkret unterstützen wir Sie im Bereich Wirkungsorientierung und Wirkungsanalyse mit diesenLeistungen:

  • Begleitung von Organisationen und Einrichtungen bei der Entwicklung von Wirkmodellen für bestehende und neue Angebote
  • Implementierung eines wirkungsorientierten Monitoringsystems; hierbei handelt es sich um ein Erhebungssystem mit dem zu mehreren Messzeitpunkten eine Selbst- und Fremdeinschätzung durchgeführt wird, um Veränderungen oder Stabilisierungen bei der Zielgruppe zu erfassen
  • Durchführung von umfangreichen Wirkungsanalysen, je nach Ausgangslage mit einer Wirkungsplausibilisierung oder quasi-experimentellen Vergleichsgruppendesigns und der Analyse von Wirkmechanismen
  • Analyse der Effizienz von Angeboten und Maßnahmen (SROI-Analysen)
  • Begleitung bei der Implementierung von wirkungsorientierten Arbeitsweisen
  • Referententätigkeit zu den Themen Wirkungsorientierung und Wirkungsanalyse in der Sozialen Arbeit

Die Arbeit mit Daten wird auch in Organisationen der Sozialen Arbeit und im Bildungsbereich immer wichtiger. Um die nötigen Grundlagen in den Organisationen zu schaffen, unterstützen wir Sie u. a. mit diesen Leistungen:

  • Begleitung beim Aufbau einer Data Governance
  • Begleitung bei der Entwicklung einer Datenstrategie für Organisationen und Einrichtungen (u. a. Erfassung, welche Daten bereits erhoben werden; Beschreibung von Datenbedarfen und Nutzung der Daten, Darstellung von Verantwortlichkeiten)
  • Begleitung beim Aufbau von Datenkatalogen
  • Implementierung eines dateninformierten Handelns und datengestützten Managements
  • Vermittlung von Datenkompetenz (Data Literacy) für Fach- und Führungskräfte in sozialen Organisationen und Einrichtungen
  • Referententätigkeit zum Thema dateninformiertes Handeln, Datenkompetenz und Datenanalyse in der Sozialen Arbeit und im Bildungsbereich

Wie wir arbeiten Unsere Methoden

 

Im Rahmen unserer Projekte setzen wir passgenaue Forschungsmethoden ein und arbeiten nach den Standards für gute wissenschaftliche Praxis sowie den Standards für Evaluation. Hierbei nutzen wir sowohl quantitative als auch qualitative Methoden und vereinen diese oft in einem Mix-Methods-Design.


Unsere empirische Toolbox, der Wirkungsradar, ermöglicht eine alltags- und praxistaugliche Wirkungsanalyse

Im Rahmen von Wirkungsanalysen arbeiten wir mit dem Wirkungsradar, der an unserem Institut entwickelt wurde. Dieser nimmt verschiedene Schritte und Aspekte der Wirkungsorientierung in der Sozialen Arbeit auf und bietet eine Systematik empirischer Methoden für eine alltagstaugliche Wirkungsanalyse in den Feldern des Sozial- und Gesundheits- und Bildungsbereichs. Zentraler Grundgedanke ist dabei das stufenweise Vorgehen, das einen niederschwelligen Einstieg in die Wirkungsorientierung und Wirkungsanalyse bietet. Dabei wird im Rahmen der Analyse der fachliche Blick der Fachkräfte in den Mittelpunkt gestellt und zudem der Kontext und die Mechanismen der untersuchten Maßnahme während des gesamten Prozesses berücksichtigt.

Mit diesen Schritten nehmen wir Wirkungen in den Blick

  1. Im Rahmen eines Wirkungsworkshops wird ein gemeinsames Grundverständnis zum Thema in der Organisation erarbeitet.
  2. Danach werden — als Grundlage für die weiteren Analysen — Wirkmodelle zu den untersuchten Angeboten entwickelt. Ein überschaubarer Einstieg in die Wirkungsorientierung der eigenen Angebote wird so ermöglicht.
  3. Durch die Implementierung eines Monitoringsystems mit mehreren Erhebungszeitpunkten können dann Effekte bei den Zielgruppen identifiziert werden. Bereits hier kann im Rahmen einer Wirkungsplausibilisierung diskutiert werden, welchen ursächlichen Anteil die Maßnahme an den gefundenen Effekten im Sinne potenzieller Wirkungen hat.
  4. Durch den Einbezug einer Vergleichsgruppe können in einem nächsten empirischen Schritt dann Wirkungen kausal auf eine Maßnahme zurückgeführt werden.
  5. Mit dem Wirkungsradar werden aber auch bewusst Wirkmechanismen vor dem Hintergrund einer fachlichen Perspektive analysiert und es können damit u.a. folgende Fragestellungen beantwortet werden: Wie kommen Wirkungen zustande? Welche Faktoren sind notwendig, damit die unterschiedlichen Klientinnen und Klienten von den Maßnahmen profitieren?
  6. Im letzten Schritt kann mit Kosten-Nutzen-Analysen oder dem Social Return on Investment über den Nachweis der Wirkung hinaus auch noch die Effizienz des Angebots belegt werden.

Die Ergebnisse dieser Analysen werden abschließend mithilfe des Social Reporting Standards aufbereitet und dokumentiert.

Eine detaillierte Darstellung der einzelnen Schritte finden Sie in unserem Paper zum Wirkungsradar (Ottmann, S. & König, J. (2018): Was wirkt wie? – Konzeptionelle Überlegungen zur Messung und Analyse von Wirkungen in der Sozialen Arbeit), das kostenfrei heruntergeladen werden kann.

Referenzen Unsere Projekte

 

Gerne möchten wir Ihnen einen Einblick in unsere Arbeit geben. Hier finden Sie eine Übersicht an aktuellen und abgeschlossenen Projekten, die am Kompetenzzentrum realisiert werden/ wurden.

Auftraggeber: eva Evangelische Gesellschaft Stuttgart e. V., Rudolf-Sophien-Stift gGmbh Stuttgart und Tübinger Gesellschaft für Sozialpsychiatrie und Rehabilitation gGmbH

Projektlaufzeit: 2026 - 2029

Die wissenschaftliche Begleitung startet mit einem Auftaktworkshop, bei dem im gesamten Angebotsbereich der Eingliederungshilfe in den beteiligten Organisationen ein gemeinsames Verständnis zum Thema Wirkung und Wirksamkeit erarbeitet wird. Im nächsten Schritt werden gemeinsam Wirkmodelle für die beiden Angebotsformen, Assistenzleistungen im eigenen Wohn- raum, im Träger- und Sozialraum sowie den besonderen Wohnformen, entwickelt. Die Erarbeitung erfolgt in Workshops mit Fachkräften. Mittels Durchführung von Nutzendeninterviews werden die Wirkmodelle validiert und ggf. modifiziert.
Aufbauend auf dem Wirkmodell wird ein wirkungsorientiertes Monitoring entwickelt. In diesem Rahmen werden die zentralen Wirkindikatoren an mehreren Messzeitpunkten erhoben. Die Fragebogenentwicklung erfolgt partizipativ mit den Fachkräften. Dabei sollen Veränderungen und Stabilisierungen bei der Zielgruppe mittels Selbst- und Fremdeinschätzung erhoben werden. 
Die Daten des wirkungsorientierten Monitorings werden durch das Institut für Praxisforschung und Evaluation statistisch ausgewertet, um die Effekte darstellen zu können. Diese Daten werden in ein interaktives Dashboard überführt, sodass Fachkräfte Auswertungen selbstständig abrufen können. Das wirkungsorientierte Monitoring wird so implementiert, dass es auch langfristig von den beteiligten Organisationen genutzt werden kann.
Mithilfe von qualitativen Interviews und Fokusgruppen werden in einem eigenen Projektschritt Wirkmechanismen beleuchtet. Zum Ende der wissenschaftlichen Begleitung wird mit den Projektbeteiligten ein Abschlussworkshop zur Reflexion der Instrumente und deren Übertragbarkeit und Integration in andere Arbeitsfelder und Angebote durchgeführt.

Auftraggeber: Caritasverband Baden-Baden e. V.

Projektlaufzeit: 2025 - 2028

Mit einem Auftaktworkshop startete der Prozess zur Implementierung von Wirkungsorientierung in drei Arbeitsfeldern des Caritasverbandes Baden-Baden e.V. Das Vorgehen bei dem dreijährigen Prozess orientiert sich am ‚IPE-Wirkungsradar‘. Beim Auftaktworkshop beschäftigten sich Fachkräfte aus den Fachbereichen Wohnungslosenhilfe, Migration und Integration sowie Offene Dienste mit den Grundlagen und dem Mehrwert von Wirkungsorientierung für die eigenen Angebote.
Als nächster Schritt werden Wirkmodelle für die Angebote in den Fachbereichen erarbeitet, bevor im weiteren Prozessverlauf das wirkungsorientierte Monitoring aufgebaut wird. Bei diesem wird eine quantitative Erhebung zu mind. zwei Erhebungszeitpunkten implementiert, um Veränderungen und Stabilisierungen bei den Zielgruppen der Angebote nachweisen zu können. Hierzu wird neben der Einschätzung der Fachkräfte auch eine Befragung der Nutzenden integriert.
In der zweiten Projekthälfte sollen mit qualitativen Methoden die bis dahin zutage getretenen Wirkungen und Wirkmechanismen aus den vorangegangenen Prozessschritten überprüft werden. Während der gesamten wissenschaftlichen Begleitung wird geprüft, wie die entwickelten Erhebungsmethoden in die fachliche Arbeit integriert werden können, um den Mehraufwand für die Fachkräfte möglichst gering zu halten. Außerdem soll ermittelt werden, wie eine Übertragung auf weitere Arbeitsfelder der Caritas Baden-Baden erfolgen kann.

Auftraggeber: Ministerium für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein

Projektlaufzeit: 2025 – 2026

Die ‚mitten-drin Netzwerk Ostholstein gGmbH‘ bietet im Kreis Ostholstein Leistungen der qualifizierten Assistenz an. In einem Pilotprojekt werden im Rahmen dieser Leistung auch Erfahrungspartner:innen eingesetzt. Diese unterstützen die Fachkräfte bei der Durchführung der Assistenzleistung und bieten auch Gruppenangebote eigenständig an.
Das Institut für Praxisforschung und Evaluation wurde mit der wissenschaftlichen Begleitung im Rahmen einer Wirkungsanalyse beauftragt. Ziel dieser Wirkungsanalyse ist es, die Wirksamkeit des Angebots und den Einsatz von Erfahrungspartner:innen zu evaluieren, den Mehrwert der Arbeit mit Erfahrungspartner:innen darzustellen sowie die Umsetzung zu reflektieren. Überdies ist es von herausgehobenem Interesse des Auftraggebers mit diesem Projekt herauszuarbeiten, wie mit dem Thema Wirksamkeit in der Eingliederungshilfe zukünftig vertragsrechtlich umzugehen ist; bezogen auf die entsprechenden Ausführungen im Landesrahmenvertrag SGB IX des Landes Schleswig-Holstein.
Im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung wird am Anfang ein Wirkmodell entwickelt, um die Wirkannahmen des Angebots festzuhalten. Aus diesem werden dann Wirkungsindikatoren für die weiteren Analysen abgeleitet. Ein Erhebungsinstrument für die Fremd- und Selbsteinschätzung wird entwickelt, mit dessen Hilfe Effekte (Veränderungen und Stabilisierungen) bei der Zielgruppe dargestellt werden können und das außerdem die Grundlage für eine Wirksamkeitsbetrachtung darstellt. Die Daten werden neben dem Angebot mit den Erfahrungspartner:innen auch in Angeboten der qualifizierten Assistenz erhoben, bei denen keine Erfahrungspartner:innen eingesetzt werden (Vergleichsgruppe). Am Ende des Prozesses werden die Methoden und das Vorgehen dokumentiert, sodass diese auch auf die Evaluation anderer Leistungsarten in der Eingliederungshilfe in Schleswig-Holstein übertragen werden können.

Auftraggeber: Proitera GmbH, Basel

Projektlaufzeit: 2024 – 2026

Die Proitera GmbH aus Basel bietet Firmen in der Schweiz die Möglichkeit der externen betrieblichen Sozialberatung. Neben klassischen Beratungsterminen in Präsenz werden digitale Formate genutzt, um Anliegen niedrigschwellig zu begegnen. 
Zur Steigerung der Effizienz und Effektivität der Beratung entwickelt und erprobt Proitera mit einer Projektgruppe aus Beratenden den systematischen, konzeptionell fundierten und passgenauen Einsatz von analogen und digitalen Kommunikationssettings im Rahmen des Blended Counseling. 
Die Umsetzung des Ansatzes wird im Rahmen einer Wirkungsanalyse durch das Kompetenzzentrum Wirkungsorientierung in der Sozialen Arbeit am Institut für Praxisforschung und Evaluation wissenschaftlich begleitet. Ziel ist die Erstellung eines Wirkmodells, der Nachweis der Wirksamkeit sowie die Umsetzung des Blended Counseling-Ansatzes systematisch zu reflektieren.
Das Wirkmodell und die Erhebungsinstrumente werden partizipativ mit Vertretenden der Proitera GmbH entwickelt. Mittels Vergleichsgruppendesign werden Beratende und Beratungsnutzende mit einem Online-Fragebogen befragt, um die Wirksamkeit des Ansatzes und der betireblichen Sozialberatung nachzuweisen. Im Projekt wird dazu ein wirkungsorientiertes Monitoring aufgebaut, das auch langfristig in die Angebote von Proitera integriert werden kann. Die Ergebnisse aus diesen Erhebungen werden in einer Fokusgruppe mit Beratenden vertieft und die Konzeptumsetzung reflektiert.  

Auftraggeber: AGJ - Fachverband für Prävention und Rehabilitation in der Erzdiözese Freiburg e.V.

Projektlaufzeit: 2024 - 2026

Jugendliche für das Thema Konsum zu sensibilisieren und ihre Gesundheits- und Konsumkompetenz zu stärken, ist das Ziel des Projektes Konsum-KULTUR, das vom AGJ-Fachverband für Prävention und Rehabilitation in der Erzdiözese Freiburg e.V. aktuell entwickelt und zukünftig durchgeführt wird. Das Institut für Praxisforschung und Evaluation der Evangelischen Hochschule Nürnberg wurde mit der wissenschaftlichen Begleitung beauftragt.

Konsum-KULTUR umfasst ein universelles und verhaltensbezogenes Suchtpräventionsprogramm und ein Schulungsangebot für AGJ-Suchtpräventionsfachkräfte. Es wird im Rahmen der Förderung im Masterplan Kinderschutz durch das  Sozialministerium im Zeitraum von März 2024 bis Dezember 2025 konzipiert, evaluiert und von dafür geschulten Präventionsfachkräften der AGJ-Suchtberatungsstellen erprobt und umgesetzt.

Das substanzunabhängige Mehr-Ebenen-Programm richtet sich an Jugendliche im Alter von 14 bis 16 Jahren im Setting Schule, Jugendarbeit und Jugendhilfe wie auch ihr Umfeld. Im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung liegt der Fokus vor allem auf den Wirkungen, die das Programm erzielt. Hierzu wurde in einem ersten Schritt ein Wirkmodell entwickelt und darauf aufbauend soll eine Befragung der Jugendlichen an zwei Zeitpunkten erfolgen. Im Rahmen der Befragung wird ein quantitativer Fragebogen eingesetzt, mit dem die Effekte bei den Jugendlichen erfasst werden. Mit den Ergebnissen soll eine Eintragung des Programms in der Grünen Liste Prävention ermöglicht werden. 

Logo des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg, des agj Fachverband für Prävention und Rehabilitation in der Erzdiözese Freiburg e. V. und das Projektlogo von Konsum KULTUR

Auftraggeber: Landesverbände Bayern, Baden-Württemberg, Unterweser-Ems und Westfalen-Lippe des Deutschen Jugendherbergswerks

Projektlaufzeit: seit 2023

Die Jugendherbergen in Deutschland bieten ein vielfältiges Bildungsprogramm an. Dieses richtet sich an Kinder- und Jugendgruppen sowie an Schulen, die das Bildungsangebot im Rahmen von Klassenaufenthalten buchen können. Die pädagogischen Programme haben neben der Vermittlung von Wissen auch das Ziel, soziale und emotionale Kompetenzen sowie die Selbstwirksamkeit und Zusammengehörigkeit der Gruppen zu stärken.
Die Studie geht der Fragestellung nach, welche Effekte und Wirkungen Bildungsangebote in Jugendherbergen erzielen. Dabei werden Angebote untersucht, die sich an Schulklassen richten und einen pädagogischen Programmanteil von mind. 50 % gemessen an der Gesamtaufenthaltsdauer haben.

In einem ersten Schritt werden in den beteiligten Landesverbänden sog. Wirkmodelle für die Bildungsangebote entwickelt. In den Wirkmodellen wird festgehalten, welche Wirkungen auf Ebene der Zielgruppe (Outcomes) und auf Ebene der Gesellschaft (Impacts) mit den Bildungsangeboten erzielt werden sollen. Weiterhin wird darin festgehalten, welche Kontextfaktoren einen Einfluss auf die Bildungsangebote und/oder auf das Erzielen der Wirkungen haben. Die einzelnen Wirkmodelle werden danach zu einem allgemeinen Wirkmodell für Bildungsangebote an Jugendherbergen zusammengeführt. 
Aufbauend auf dem Wirkmodell wird ein standardisierter Fragebogen entwickelt, mit dem Veränderungen bei den Teilnehmer:innen, die Bildungsangebote in Anspruch nehmen, erfasst werden können. Hierzu wird im Rahmen der Studie ein längsschnittliches Forschungsdesign realisiert, bei dem die Datenerhebung zu Beginn und Ende des Aufenthaltes in der Jugendherberge durchgeführt wird. Die Ergebnisse werden regelmäßig ausgewertet und geprüft, welche Veränderungen sich bei den Zielgruppen zeigen. Mithilfe der Methode der Wirkungsplausibilisierung wird dann in einem Interpretationsworkshop erarbeitet, welchen Anteil die Bildungsangebote der Jugendherbergen an den gefundenen Veränderungen haben und welche weiteren Einflussfaktoren es gibt.
Im Rahmen einer qualitativen Vertiefung werden durch Interviews und Fokusgruppen mögliche Wirkmechanismen erforscht und tiefergehend dargestellt, wie die Angebote erlebt werden und wie die Wirkungen zustande kommen.

An der Studie sind die Landesverbände Bayern, Baden-Württemberg, Unterweser-Ems und Westfalen-Lippe des Deutschen Jugendherbergswerks beteiligt. Die Landesverbände sind als Träger der Jugendherbergen gemeinnützig und anerkannte Träger der freien Jugendhilfe. Mit der Durchführung der Studie und der wissenschaftlichen Begleitung wurde das Institut für Praxisforschung und Evaluation der Evangelischen Hochschule Nürnberg beauftragt. Finanziert wird die Studie mit Mitteln der Stiftung Deutsches Jugendherbergswerk (DJH Stiftung) und der beteiligten DJH Landesverbände.

Auftraggeber: Deutsche Gesellschaft für Soziale Arbeit in der Suchthilfe (Förderung durch das Bundesministerium für Gesundheit)

Projektlaufzeit: 2022 – 2023

Die Deutsche Gesellschaft für Soziale Arbeit in der Suchthilfe (DG-SAS) führte mit einer Förderung des Bundesministeriums für Gesundheit das Projekt „Ankerwirkmodell Suchtberatung“ durch. Das Kompetenzzentrum Wirkungsorientierung in der Sozialen Arbeit am Institut für Praxisforschung und Evaluation der Evangelischen Hochschule Nürnberg begleitete das Projekt wissenschaftlich.

Das Ankerwirkmodell wurde mit Fachkräften aus der Suchtberatung in Workshops erarbeitet. Das Kompetenzzentrum hat die Workshops vorbereit, moderiert und dokumentiert. In den Workshops wurde ein Entwurf des zukünftigen Ankerwirkmodells erarbeitet. Weiterhin wurden Interviews mit Nutzer*innen der Suchtberatung durchgeführt, um deren Perspektive im Hinblick auf den erlebten Nutzen im Modell abzubilden.

Um das entwickelte Ankerwirkmodell zu validieren, wurde eine Online-Befragung unter Fachkräften und Trägern der Suchthilfe durchgeführt. Das erarbeitete Ankerwirkmodell ist frei zugänglich veröffentlicht und kann als Grundlage für die Erarbeitung von einrichtungsspezifischen Wirkmodellen sowie von Wirkungsanalysen dienen. Nähere Informationen über das Thema Ankerwirkmodelle erhalten Sie hier.

Auftraggeber: Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) in der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Projektlaufzeit: 2022 – 2025

Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen begleitet neun Kommunen mit dem Projekt „Frühe Hilfen qualitätvoll gestalten“. Drei Kommunen widmen sich dabei dem Themenfeld Wirkungsorientierung. Während der Projektlaufzeit sollen die Kommunen wirkungsorientierte Arbeitsweisen kennenlernen und in einem Bereich der Frühen Hilfen vor Ort umsetzen.

Das Kompetenzzentrum Wirkungsorientierung in der Sozialen Arbeit erstellt während der Projektlaufzeit begleitende Materialien für die Kommunen und führt, gemeinsam mit dem Nationalen Zentrum Frühe Hilfen, Workshops in den Kommunen durch. Weiterhin findet eine fachliche Beteiligung an den jährlichen interkommunalen Austauschrunden statt und die Kommunen sowie das Team des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen können eine Beratung zum Thema Wirkungsorientierung und Wirkungsanalyse in Anspruch nehmen. Die erarbeiteten Praxismaterialien können auf der Homepage des Nationalen Zentrum Frühe Hilfen kostenfrei heruntergeladen werden.

Auftraggeber: AWO Kinder, Jugend & Familie Weser-Ems GmbH

Projektlaufzeit: seit 2022

Die AWO Kinder, Jugend & Familie Weser-Ems GmbH hat eine inklusive Wohngruppe für Kinder und Jugendliche gegründet. Ziel des Vorhabens ist es, im Angebot Kinder und Jugendliche mit Hilfebedarfen in der Kinder- und Jugendhilfe sowie Kinder und Jugendliche mit therapeutischem Bedarf gemeinsam zu betreuen.

Die Wohngruppe wird im Rahmen einer Wirkungsevaluation wissenschaftliche begleitet. Ziel der Evaluation ist es, die Wirkungen des Angebotes zu erfassen, aber auch Anhaltspun
kte für mögliche Weiterentwicklungen des inklusiven Wohngruppenkonzeptes  zu erhalten.

Das Vorgehen im Rahmen der Wirkungsevaluation orientiert sich am Wirkungsradar. Am Anfang wird zusammen mit den Fachkräften ein Wirkmodell für das neue Angebot erstellt. Dieses dient als Grundlage für ein wirkungsorientiertes Monitoring, das entwickelt und im Angebot implementiert wird. Weiterhin ist geplant, im Rahmen der Datenerhebung auch zwei Vergleichsgruppen zu untersuchen: einmal Kinder und Jugendliche, die ein Angebot der Kinder- und Jugendhilfe in Anspruch nehmen und zusätzlichen therapeutischen Bedarf ambulant erhalten, und einmal Kinder und Jugendlichen, die nur einen therapeutischen Bedarf haben.

Neben der Erbringung des Wirknachweises sollen im Rahmen der Evaluation auch die dahinterstehenden Wirkmechanismen erfasst werden.

Auftraggeber: Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren des Landes Schleswig-Holstein

Projektlaufzeit: 2022

Mit der Einführung des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) wurden die Begrifflichkeiten Wirkung und Wirksamkeit sowie eine Wirkungskontrolle rechtlich festgeschrieben. Um Theorien zu vermitteln und aufzuzeigen, wie man zu Wirkungsindikatoren kommt, wie eine Wirkungsanalyse in der Praxis umgesetzt wird und wie eine darauf aufbauende Fachberatung aussehen kann, konzeptionierte das Kompetenzzentrum ein eineinhalb tägiges Seminar. Dieses wird vor Ort in Kiel an insgesamt zwölf Terminen durchgeführt. Teilnehmende sind die Mitarbeitenden (Fach- und Führungskräften) aus den Kreisen und kreisfreien Städten, die im Bereich der Eingliederungshilfe tätig sind.

Auftraggeber: Kooperationsprojekt mit mittelfränkischen Einrichtungen der Lebenshilfe und der Lebenshilfe Neumarkt

Projektlaufzeit: seit 2020

Wie können Wirkungen und Effekte in der Eingliederungshilfe zuverlässig erfasst werden? Dieser Frage geht das Kompetenzzentrum Wirkungsorientierung in der Sozialen Arbeit gemeinsam mit mittelfränkischen Einrichtungen der Lebenshilfe und der Lebenshilfe Neumarkt im Rahmen eines gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsprojektes nach. Untersucht werden der Berufsbildungsbereich der Werkstätten für Menschen mit Behinderung (BBB) sowie der Bereich Tagesbetreuung für erwachsene Menschen mit Behinderung nach dem Erwerbsleben (T-ENE). Im Rahmen des Projektes kommen die verschiedenen Schritte des Wirkungsradars zur Anwendung. Zudem sollen in dem Projekt Methoden erarbeitet werden, mit denen Fachkräften regelmäßige Daten aus einem wirkungsorientierten Monitoring interpretieren und Impulse für die eigene fachliche Arbeit ableiten können.
Das Projekt wurde unter anderem beim Forum ‚Forschung, Entwicklung, Transfer‘ der Evangelischen Hochschule Nürnberg vorgestellt. Die Aufzeichnung ist auf dem EVHN-Youtube-Kanal abrufbar.

Auftraggeber: Amt für Kinder, Jugendliche und Familie der Stadt Nürnberg

Projektlaufzeit: 2022

In einer vierteiligen Workshopreihe wurde zusammen mit den Fachkräften ein Wirkmodell für das Arbeitsfeld des Fachteams Sprache entwickelt. Zunächst wurde im ersten Workshop ein Problembaum erarbeitet, bei dem das zentrale zu lösende Problem identifiziert sowie die Auswirkungen und Ursachen dargestellt wurden. Im zweiten Workshop wurde der Problembaum in einen Zielbaum überführt, bevor im dritten Workshop daraus ein Wirkmodell erarbeitet wurde. Im Wirkmodell wurden neben den Aktivitäten, Outputs und Outcomes auch wichtige Kontextfaktoren dargestellt und die Outputs und Outcomes für die zuvor definierten drei Zielgruppen des Angebotes – Kinder, Pädagoginnen und Pädagogen, Eltern – definiert. Im abschließenden letzten Workshop wurden Überlegungen zu ersten Indikatoren angestellt, mit denen die definierten Wirkungen erfasst werden können.

Fördergeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung

Projektlaufzeit: 2021 – 2025

Ein Verbund von neun Hochschulen für angewandte Wissenschaften unter Leitung der Technischen Hochschule Nürnberg – Georg Simon Ohm entwickelt im Projekt „HAnS“ ein intelligentes Hochschul-Assistenz-System, das Lehr- und Lernmaterialien unterschiedlicher Fächer im Audio- und Videoformat auf einer Learning-Experience-Plattform sammelt. Die Materialien sollen mithilfe von Spracherkennung für weitere Anwendungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) aufbereitet werden. Das Lehrmaterial wird somit durchsuchbar gemacht und automatisiert nach Kriterien wie Fachgebiet, Sprache oder erforderlichen Vorkenntnissen zusammengestellt. Darauf aufbauend wird ein KI-Tutor entwickelt, der anhand vorgegebener Muster automatisiert Übungsaufgaben und Lernzielkontrollen generiert. Der Prozess der technischen Entwicklung wird dabei von den Projektpartnern interdisziplinär begleitet und kontinuierlich überprüft.

Das Kompetenzzentrum übernimmt innerhalb des Verbundprojektes das Arbeitspaket der quantitativen Wirkungsanalyse. Im Rahmen dieser Evaluation soll erforscht werden, welche Wirkungen durch das intelligente Hochschul-Assistenz-System bei den Studierenden und den Dozent*innen entsteht. Hierzu wird am Anfang des Projektes ein Wirkmodell entwickelt, das die Grundlage für ein quasi-experimentelles Längsschnittdesign bildet. Über die komplette Projektlaufzeit finden Befragungen mit einer Maßnahmen- und einer Vergleichsgruppe statt. Die Ergebnisse fließen regelmäßig in die Entwicklung des Systems zurück.

Datenkompetenz und dateninformiertes Handeln

Auftraggeber: AWO Bundesverband e. V.

Projektlaufzeit: 2024

Der AWO Bundesverband betreibt eine zentrale Mitglieder- und Adressverwaltung (ZMAV). Das Projekt „AWO digital Lab“ hat das Ziel, die Digitalisierung innerhalb der Arbeiterwohlfahrt zu stärken. Im Rahmen dieses Projektes soll ein neues CRM-System für die zentrale Mitglieder- und Adressverwaltung erprobt werden, um datenbasiertes Arbeiten im Verband weiter zu entwickeln.
Das Kompetenzzentrum ‚Wirkungsorientierung in der Sozialen Arbeit‘ am Institut für Praxisforschung und Evaluation wurde mit der fachlichen Beratung und Prozessbegleitung bei der Auswahl und Erprobung des Systems beauftragt. Im Rahmen der Prozessbegleitung findet ein regelmäßiger Austausch mit dem AWO-Projektteam zu zuvor definierten Themen statt. Dabei werden u.a.  die zur Auswahl stehenden Systeme bewertet und auch mögliche Hürden oder Risiken beim Einsatz identifiziert.

In einem Workshop-Format werden unter Beteiligung der Landes- und Bezirksverbände mögliche Anwendungsfälle generiert, die mit den Daten der ZMAV und dem neuen System realisiert werden könnten. Im Rahmen einer Priorisierung werden drei Anwendungsfälle ausgewählt, die dann tiefergehend bearbeitet und konkretisiert werden sollen.

Die Ergebnisse aus diesen Workshops werden in einer Konzeptsammlung aufbereitet. Außerdem unterstützt das Kompetenzzentrum bei der Erarbeitung von weiterem Transfer- und Schulungsmaterial, das dann vom AWO-Bundesverband innerhalb seiner Gliederungen veröffentlicht werden kann.

So erreichen Sie uns Team und Kontakt

Sollten Sie Interesse an einer Zusammenarbeit haben, können Sie gerne mit uns Kontakt aufnehmen und wir vereinbaren ein unverbindliches und kostenfreies Erstgespräch.

Sebastian Ottmann, M.A.

Leitung Kompetenzzentrum Wirkungsorientierung in der Sozialen Arbeit am Institut für Praxisforschung und Evaluation, wissenschaftlicher Mitarbeiter

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